Wenn zwei gegenüberliegende Öffnungen existieren, beschleunigt der Druckunterschied die Querlüftung, spült verbrauchte Luft aus und bringt frische hinein. Bei vertikalen Verbindungen sorgt der Kamineffekt dafür, dass warme Luft nach oben entweicht und kühlere Luft nachströmt. Schon kleine Höhenunterschiede, leichte Temperaturgradienten und das Spiel von Morgen- und Abendwind genügen, um einen stillen, stetigen Austausch zu erzeugen. Wer Zeiten mit stabilen Außenbedingungen nutzt, erhält erstaunlich konstante Ergebnisse, ganz ohne Motoren, nur mit Timing, Orientierung und dem Mut, kurz weit zu öffnen.
Altbauten mit Durchgangszimmern bieten oft hervorragende Querverbindungen, während kompakte Neubauten eher vertikale Potenziale über Treppenhäuser, Lichtschächte oder Atrien entfalten. Entscheidend ist, Engstellen zu erkennen und Überströmpfade zu ermöglichen, damit Luft nicht an Falzen, Dichtungen oder Möblierung scheitert. Selbst ein gekipptes Badfenster kann zum verlässlichen Abluftmotor werden, wenn der Wohnraum zeitgleich weit öffnet. Wer Möbel leicht versetzt, Türblätter arretiert und Dichtungen gezielt optimiert, formt unsichtbare Luftstraßen, die zuverlässig von der lauteren zur ruhigeren Seite wandern.
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